Hybrid-Vortrag: Trockene Zeiten. Donau und Donauauen unter dem Druck von Sohlerosion, hydrologischen Trends und einigen österreichischen Zuständen

Hybrid-Vortrag: Trockene Zeiten. Donau und Donauauen unter dem Druck von Sohlerosion, hydrologischen Trends und einigen österreichischen Zuständen

Hybrid-Vortrag: Trockene Zeiten. Donau und Donauauen unter dem Druck von Sohlerosion, hydrologischen Trends und einigen österreichischen Zuständen

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Referent: Gerhard Klasz (Ingenieurbüro für Kulturtechnik & Wasserwirtschaft)

Termin: Di, 13.10.2026, 16:45-18:15 Uhr

Ort: Hörsaal 3 des UBB Univ. Wien (Erdgeschoss), Djerassiplatz 1, 1030 Wien

Schaut gern vorbei, open door im Hörsaal oder virtuell vor dem eigenen Computer! Eine Anmeldung ist bei Teilnahme vor Ort nicht von Nöten. Anmeldung zur virtuellen Übertragung via Mail bis 12.10.2026 an info@zoobot.org.

Der Vortrag ist Teil der Hybrid-Vortragsreihe „Ist die Lobau noch zu retten? Ein Nationalpark im Spannungsfeld von Stadtentwicklung, Trinkwasserversorgung und Umweltschutz“ (gleichzeitig eine Lehrveranstaltung im Wintersemester 2026/2027) – das gesamte Programm finden Sie hier.


Zum Inhalt:

Der erste Vortrag der Vortragsreihe rund um die Lobau gibt (nach der alljährlichen kurzen Vorstellung der ZooBot) tiefe Einblicke in eines der größten menschengemachten Probleme der Donau in Österreich, das auch die natürlichen Prozesse der Lobau besonders hart trifft:

Mit der Regulierung der Donau und seit dem Bau mehrerer Donaukraftwerke hat sich die Donau  stark verändert, und mit ihr einer der bedeutendsten Natur- und Lebensräume Österreichs.  Insbesondere senkt sich das Flussbett stromabwärts kontinuierlich ab, was zu massiven Problemen führt. Trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen schreitet diese Entwicklung weiter voran und wird durch die Folgen des Klimawandels zusätzlich verstärkt.

Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf die Donau, den Nationalpark DonauAuen und die Wasserwirtschaft? Welche technischen Möglichkeiten gäbe es, um der Entwicklung nachhaltig entgegenzutreten? Und warum ist die Umsetzung geeigneter Maßnahmen so eng mit rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Interessen verknüpft?

Der Vortrag gibt einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge zwischen Flussdynamik, Wasserkraft, Naturschutz und Klimawandel und zeigt auf, welche Herausforderungen und Lösungsansätze für die Zukunft der österreichischen Donau diskutiert werden.


Weiterführende Informationen: Inhaltsangabe des Referenten im Detail:

In der Donau stromab des Kraftwerkes Freudenau (Teilstau 1996; Vollstau 1998), kommt es ständig zu weiteren stärkeren Sohlerosionen, hervorgerufen durch ein Geschiebedefizit, das nur unvollständig durch Kieszugaben kompensiert wurde und wird. Die Sohlerosion hat bereits in den 1980er-Jahren stärker eingesetzt (KW Altenwörth: 1976; KW Greifenstein: 1984), damals noch ohne Maßnahmen der Kompensation, und läuft bis heute weiter, wenn gleich zuletzt gebremst. Aber selbst in der Erhaltungsstrecke (die 11 km flussab der Staustufe), wo die Sohle nach wasserrechtlichen Vorgaben stabil zu halten ist, traten zwischen 1996 und 2018 Erosionen im Ausmaß von zumindest 1,0 Mio. Kubikmeter auf. Eine vollständige Lösung dieses Problems wäre wasserbautechnisch durch eine voll funktionsfähige Geschiebebewirtschaftung jederzeit möglich, ähnlich wie am Oberrhein (flussab von Iffezheim) bereits betrieben. Zusätzlich
zur Sohlerosion macht sich ein hydrologischer Trend bei den mittleren Abflüssen und im Abflussregimebemerkbar, der eine Folge des Klimawandels ist und die morphologisch bedingten Absenkungen weiter verstärkt. Für die Donauauen und den Nationalpark nehmen diese Absenkungendes Wasserspiegels ein gefährdendes Ausmaß an und auch wasserwirtschaftliche Nutzungen(u.a. Brunnen) werden beeinträchtigt.
Eingebettet ist all dies in einem Spannungsfeld zwischen Kraftwerksbetreiber (Verbund), der Wasserrechtsbehörde und der Republik Österreich (Bundeswasserstraßenverwaltung). Das Wasserrechtsgesetz würde konkret mit §21a (Abänderung von Bewilligungen) ein Instrument zur Behebung der Mängel bieten, tatsächlich wurde 2019 auch ein solcher Bescheid erlassen, nach aktuellen Auswertungen (Klasz, 2023, 2025) aber mit immer noch unzureichendem Erfolg. Die Behörde evaluiert  diesen Umstand seit 2023.


Foto: C. Baumgartner (Nationalpark DonauAuen)

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Datum und Uhrzeit

2026-10-13 @ 16:45 bis
2026-10-13 @ 18:15
 

Anmeldeschluss

2026-10-12

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